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Mittwoch, 24.02.2010 Eintrit : € 3,-, anschliessend Diskussion. Der Krimi spielt in den 30er Jahren in Schleswig-Holstein. Trotz der zeitlichen Distanz zur Gegenwart lassen sich einige Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft ziehen: die Angst vor dem sog. Fremden und dem vermeintlich Minderwertigen, welche nicht hinterfragt wird, sich zu einem rassistischem Weltbild verfestigt und sich somit aus sich selbst heraus die Legitimation verschafft, ihre eigenen hochgelobten demokratischen Grundsätze außer Kraft zu setzen. Im September 1931 wird an der Westküste Schleswig-Holsteins eine Bauerntochter erhängt in einer Scheune aufgefunden. Walerjan Smucek, ein junger polnischer Erntehelfer vom benachbarten Gut, kauert völlig verstört bei der Leiche und legt ein Geständnis ab. Der "Scheunenmord" bewegt die ganze Gegend. Viele warten auf einen schnellen, kurzen Prozess und die Todesstrafe - die Sache scheint ja klar. Da die Familie der Toten aus der schwarzbraunen "Landvolkbewegung" stammt, erreicht der Fall zudem eine politische Brisanz: Der Bruder, ein SA-Mann, fordert am Grab "Deutsche Sühne". Doch dann wird der Rechtsanwalt Johannes Blum zum Pflichtverteidiger des Polen bestellt, ein Gegner, der im damaligen Deutschland zulässigen Todesstrafe. Im Gefängnis hört er vom Angeklagten eine ganz andere Geschichte, in der es um eine heimliche, hoffnungslose Liebe und um den Plan eines gemeinsamen Selbstmords geht. Blum kann das schwer glauben, aber es gibt Ungereimtheiten. Zu Prozessbeginn gibt es einen großen Presseandrang. Ein Mob auf den Zuschauerbänken und ein SA-Aufmarsch begleiten die Eröffnung. Schwere Tumulte gehen mit der Verhandlung einher und Rechtsanwalt Blum fürchtet um seine Sicherheit und Reputation. Wie wird das Schwurgericht diesen Fall entscheiden?
Zum Autor:
Jürgen Schneider: „Tod in der Scheune“,
boyens-medien.de
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